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THE QUIET GIRL

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Ein irisches Frauenleben in the making. Könnte vielleicht, vielleicht, noch gut gehen, oder eben in der Katastrophe enden. "The Quiet girl" erzählt mit wenigen, einfachen, aber sehr klaren und wirkungsvollen Strichen große Tragödien, private und gesellschaftliche, Dinge, die sicher nicht neu sind, aber eben auch niemals aus der Welt. Und dies tut der Film zumeist auf Gälisch, was das Archaische, Abgeschiedene dieser Gegend betont. Das titelgebende stille Mädchen (nach einer Geschichte von Claire Keegan) trägt auf ihren Schultern einen solchen Ballast herum, dass es einfach nur noch zum Heulen ist, wenn die ersten Menschen, die ihr davon was abnehmen und denen sie ebensoviel abnimmt, vielleicht gleich wieder aus ihrem Leben verschwinden. Die Wiederholungen schon gesehener Momente hätte es nicht gebraucht, da unterschätzt sich der Film selbst. Aber sonst: toll. Kann mich jetzt bitte mal jemand fest in den Arm nehmen?  

NAPOLEON

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Ridley Scott ist ein sehr alter, sehr weißer, sehr Mann, der bei mir aber wegen "Thelma and Louise" einen Stein auf Lebenszeit im Brett hat. The Last Duel , auch unlängst erschienen, war außerdem eh super, die Kombi aus großen Bildern, zur Metaebene fähigem Starcast und schlauem, originellem Drehbuch ließ sich bestens konsumieren. Letzteres wurde von Nicole Holofcener, einer meiner Lieblingsregisseurinnen, sowie den Herren Damon und Affleck selbst verfasst, die konnten das. David Scarpa ist nun sicher weder ein Stümper noch ein Anfänger, aber wie so einige vor ihm bekommt er das monumentale Wirken dieses Massenmörders/ Aufsteigers/ Supermilitaristen null in den Griff. Der Film mäandert und wandert von diesem zu jenem, um irgendwann nur noch Battle-Hopping zu betreiben. Josephine, die Frau, die Boni besonders gerne von hinten begattet, hat die undankbare Aufgabe, sowas wie einen roten Faden zu ersetzen, wenns sein muss eben per Brief-Voice Over aus - äh, wo schlachtet er gerad