THE MENU
Das Phänomen ist wohl in den USA noch ausgeprägter: hier die schwabbeligen Unterschichts-Fastfood-People, die das halbe Salatblatt mit spitzen Wurstfingern von ihrem Double-McRib entfernen, dort die Superreichen, die schonmal was von Europa gehört haben, eigentlich auch lieber Burger essen, aber sich in der Rolle des Gourmets gefallen und dafür auch mal 1000$-Rechnungen und monatelange Wartezeit in Kauf nehmen. Wer kürzlich "Triangle of Sadness" gesehen hat, weiß schon, was mit gutem Essen passiert, wenn der Seegang zu doll wird, und auch hier wird der fragwürdige Genuss - präsentiert von "Chef" (ohne Artikel!), einem Genie, das psychisch schon an diversen Klippen zerschellt ist - nicht gut verdaut. Das ist oberflächlich gesehen eine recht amüsante und durchaus schwärzliche Angelegenheit. Bleibt aber leider auch an der Oberfläche, treibt mit den geldigen Gästen und der typischen Hierarchie einer Sterneküche ein Klischee nach dem nächsten auf die Spitze und frisst si