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Es werden Posts vom Januar, 2023 angezeigt.

THE BANSHEES OF INISHERIN

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Mein Eintrag zum Kinohype des Jahres steht noch aus. Bin etwas gehemmt, denn was soll man bitte schreiben, wenn sich die Weltpresse seit Wochen das Maul zerreißt, sämtliche Darsteller gerade mit Oscarnominierungen überhäuft wurden, bis nichts mehr oben rausguckt und den Film eh schon alle gesehen haben, die mehr als einmal im Jahrzehnt ins Kino gehen? Aber da muss ich halt durch, per Aspera ad Schafschere. Ich fand ihn nämlich AUCH gut, bäh, wie opportunistisch ist das denn. Und es ist auch kein aufgekochter "In Bruges" trotz selber Hauptdarsteller, zwar auch schwarzhumorig, aber weniger auf Lacher aus, sondern dunkel, simpel, existentiell, absurd und real zugleich. Man kann sich entspannt aussuchen, ob es um Freundschaft oder um Krieg oder um irische Sturheit oder um die menschliche Existenz und ihre Sinnhaftig- bzw. -losigkeit an sich geht, das schwingt alles mit in dieser Minigeschichte um vier Personen in einer existentiellen Krise, von der die Welt nichts bemerkt. Und da

HOLY SPIDER

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Irgendwie klang der Titel nach mehr Fun. So "Holy Guacamole"-mäßig. Das Thema wiederum ging ja durch die Presse und hätte das geschuite Auge natürlich abschrecken können, ein moralisch motivierter Prostituiertenmörder im Iran, da gibt es lustigere Einfälle. Aber der Film genießt seine eigene Häßlichkeit und die schmierige Banalität des Bösen schon sehr, zeigt die Erdrosselungen in langen, quälenden CloseUps... weiß nicht genau, ob ich das unbedingt gebraucht hätte, um zu verstehen, dass dieser Taxi Driver des nahen Ostens nicht ganz rund läuft. Nichtsdestotrotz geht Ali Abbasis Plan, eine kaputte, misogyne Gesellschaft zu zeigen, die dem Mörder und seinem "moralischen Ansatz" in großen Teilen recht gibt und sich damit mitschuldig macht, durchaus auf. Angesichts der aktuellen Widerstandsbewegung im Iran habe ich mich allerdings gefragt, ob das Problem wirklich immer noch in dem Maße die Gesellschaft ist, da ja auch viele Männer an der Seite der Frauen gegen die Unter