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Es werden Posts vom März, 2026 angezeigt.

PILLION

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Ja, ich bin ein Skarsgård-Fanweib, geb ich zu. Aber es ist nicht nur sein Körper. Der Gute macht sich bei aller Schönheit grundsätzlich null komma null Sorgen, ob die Rollen die er spielt, sympathisch oder gesellschaftlich sanktioniert rüberkommen. Auch hier muss sich Ray, wie der Biker-Traumtyp des kleinen, krumpeligen Losers Colin heißt, von dessen Mutter einiges anhören, das auch nicht völlig an den Haaren herbeigezogen ist. Apropos an den Haaren herbeiziehen: die Selbstkontrolle des Regisseurs Harry Lighton, Depeche Mode’s „Master and Servant“ nicht mit in den Soundtrack aufzunehmen, grenzt selbst schon an Masochismus. Die britische „Dom-Com" hält sich in punkto expliziter Darstellung von BDSM-Techniken nicht groß zurück und wer in dieser Hinsicht zart besaitet ist, sollte vielleicht doch lieber Bridgerton oder sowas gucken. Das Schöne ist, man geht trotzdem oder vielleicht sogar deswegen beseelt lächelnd nach Hause, denn hinter all dem Schwanzgelutsche und Erniedrige steckt e...

FATHER, MOTHER, SISTER, BROTHER

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Ich will schon gar nicht mehr schreiben, weil ständig nur Gemecker von mir kommt. Aber Jim Jarmusch war doch mein Held. Er war das einzig Coole in meinem Leben als ich pubertierte. Stranger than paradise, Down by Law, Tom Waits und John Lurie, das war einfach die Apotheose der Kultigkeit. Zugegebenermaßen lange her, und auch ich hab inzwischen längst nicht mehr bei jedem Jarmusch gejubelt, obwohl er immer noch tolle Schauspieler um sich schart, die vielleicht auch eher aus Nostalgie mitmachen. Wobei die erste Episode noch geht. Die bleibt unter ihren Möglichkeiten, aber sie hat schon was, vielleicht ja genau, weil die Figur, die Tom Waits spielt, 100% Tom Waits ist, während alle anderen (hier: die beiden Sprösslinge, gespielt von Mayim Bialik und Adam Driver, die nichts dafür können) nur noch spießige Langweiler sind. Hat Jarmusch sich am Ende selbst erkannt und das ist alles total meta? Für die Mutter-Episode konnte er die leibhaftige Charlotte Rampling gewinnen, was ebenfalls schon e...

HAMNET/ IT WAS JUST AN ACCIDENT/ ACH, DIESE LÜCKE

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Maxi statt Mini: Um den geballten Filmkonsum seit meiner Rückkehr aus dem Land des Lächelns (wer denkt, dass das China ist, war noch nie in China) irgendwie zu verarbeiten, hier einer meiner wenig beliebten Sammeleinträge, und sei es nur für mich, denn die Archivarin muss archivieren, sonst verliert sie ihren zweiteinzigen Lebenszweck neben mindestens einmal täglich irgendwo ordentlichen Kaffe herkriegen. Here goes: Hamnet. Schon das Buch, das ich im Urlaub genoss, nervte mit endlosen Beschreibungen von Kräuterstampferei (eine reine Frauentätigkeit, denn Herren arbeiten mit dem Kopfe) und natürlich der maximal ausgereizten Beschreibung eines Kindstodes incl. extensiver Vor- und Nachgeschichte. Und auch der Film (ja, warum wollte ich den dann auch noch sehen, kann man sich durchaus fragen) geht dahingehend voll auf die 12 und macht sich deshalb für mich der hochgradigen Manipulativität verdächtig, obwohl er durchaus auch seine tollen Momente hat. Ich weiß übrigens gar nicht, was das Gan...