FATHER, MOTHER, SISTER, BROTHER

Ich will schon gar nicht mehr schreiben, weil ständig nur Gemecker von mir kommt. Aber Jim Jarmusch war doch mein Held. Er war das einzig Coole in meinem Leben als ich pubertierte. Stranger than paradise, Down by Law, Tom Waits und John Lurie, das war einfach die Apotheose der Kultigkeit. Zugegebenermaßen lange her, und auch ich hab inzwischen längst nicht mehr bei jedem Jarmusch gejubelt, obwohl er immer noch tolle Schauspieler um sich schart, die vielleicht auch eher aus Nostalgie mitmachen. Wobei die erste Episode noch geht. Die bleibt unter ihren Möglichkeiten, aber sie hat schon was, vielleicht ja genau, weil die Figur, die Tom Waits spielt, 100% Tom Waits ist, während alle anderen (hier: die beiden Sprösslinge, gespielt von Mayim Bialik und Adam Driver, die nichts dafür können) nur noch spießige Langweiler sind. Hat Jarmusch sich am Ende selbst erkannt und das ist alles total meta? Für die Mutter-Episode konnte er die leibhaftige Charlotte Rampling gewinnen, was ebenfalls schon ein Wert an sich ist und neben der selbst Frau Blanchett und Frau Krieps verblassen, aber offenbar hielt er seine Aufgabe damit für erledigt. Irgendwelche halbwegs interessanten Dialoge, Details, Wendungen oder auch nur eine ordentliche Inszenierung hielt er wohl nicht mehr für nötig, und so langweilen die drei Diven schändlich verschwendet in der angestrengten Kulisse herum, den einzigen Punkt wiederkäuend, den JJ sich bequemte, zu postulieren - Sprachlosigkeit in der Familie, sehr sehr wörtlich interpretiert. Zur dritten Episode sei passend dazu der Rest einfach nur Schweigen.

Fazit: Definitiv stranger than paradise, und auch bei weitem nicht so schön. 




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