ROSE

Rose, einmalig gespielt von national treasure Sandra Hüller, ist eine Veteranin, die die Schnauze voll hat, nicht nur von den Kugeln, die ihr dieselbe durchlöchert und ihrem Gesicht herbe, fast männliche Züge verliehen haben. An den Fronten des gnadenlosen endlosen Krieges hat sie schon als Mann gekämpft, warum sollte sie nun, da sie endlich die Chance auf ein gutes, selbstbestimmtes Leben hat, wieder ins Kleidchen zurück, und damit in das Schicksal, jederzeit angegriffen, vergewaltigt, einem „Herrn“ unterworfen zu werden, wenn es diesem beliebt? Rose will mehr und riskiert damit so einiges. Aber sie gewinnt auch viel, und selbst ihre naive „Ehefrau“ (ganz toll und unberechenbar: Caro Braun) erweitert zum eigenen Verblüffen ihren Horizont bei diesem gefährlichen Experiment. Regisseur Markus Schleinzer hat dafür eine ganz eigene zugleich sperrige, reduzierte und doch kunstvolle Form des Erzählens gefunden. Die schwarzweißen Bilder zeigen die Berge skelettierter Kriegsopfer genauso ruhig und kommentarlos wie die blühenden Wiesen und Felder und die „großartige“ (O-Ton Rose) Gemeinde, bestehend aus Kummer gewohnten Frauen mit Hauben und Männern mit Fusselbärten, die erst recht offen wirkt, vor allem für das angebotene Geld, und sich später doch vehement darauf besinnt, was offenbar wirklich wichtig ist: dass jeder den Platz einnimmt, der ihm oder ihr zusteht und nicht mehr, völlig egal, ob es jemandem schadet oder nicht. 




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