OBSESSION

Ich weiß, late to the game. Aber ich trau mich ja gar nicht so gern in Horrorfilme, obwohl ich in letzter Zeit mehr und mehr merke, dass es mir gar nicht mehr soviel ausmacht, wenn sich Leute gegenseitig die Augäpfel rauspulen. Vermutlich, weil sowas inzwischen in jeder zweiten Familienserie vorkommt. Obsession hat schon ein paar unangenehme Momente, die aber auch immer ein winziges bisschen komisch sind. Wahrscheinlich, weil es im Subtext immer um reale (Achtung, Wort aus dem Giftschrank) „toxische" Beziehungsdynamiken geht, die auf die Spitze getrieben werden. Kombiniert mit etwas magischem Realismus wie in den Verwandlungskomödien der 80er, wo quasi aus jedem Kaugummiautomaten eine alternative Existenz gezogen wurde. Rührenderweise stellt der Film aber auch die Frage danach, was Liebe ist, und was nicht. Und am Ende (no spoiler) sieht man sie sogar mal ganz kurz, die wahre Liebe, wenn auch auf wenig romantische Art. Der Regisseur Curry Barker ist mal wieder jung, 26. Offenbar trauen sich die jungen Menschen wieder an Genre ran, nachdem die Generation davor mühsam versucht hat, die Grenzen zu verwischen. Aber sollen sie ruhig machen, solange es nicht komplett hirnlos ist. Mir hat der Film trotz seiner etwas länglichen Anlaufphase gut gefallen, weil die Dinge zwar vorhersagbar, aber trotzdem überraschend gestaltet, gespielt und erzählt waren und weil man hinterher trotz Hirngespritze etc. allen Ernstes über Beziehungsdynamiken reflektiert und sich auf komische Art in Bear oder Nikki wiederfindet. Autsch.

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