MOSCAS

"Moscas - Fliegen und andere Gäste"... der deutsche Verleih konnte es mal wieder nicht lassen, dem Originaltitel einen Erklärbär-Wurmfortsatz anzuhängen, der keine Fragen offen lässt. Die Sendungmitdermausifizierung der Medien geht vielleicht nicht ganz zu Unrecht von einer grassierenden Volksverblödung aus; hinzu kam hier wohl, dass ihnen schlicht kein passender deutscher Titel einfiel, jedoch die Gefahr droht, dass nicht jeder potentielle Konsument des Spanischen fluentamente mächtig ist. Leute, nennt ihn doch einfach "Fliegen"! Aber bevor ich vor Wut jegliche Contenance verliere, kurz zu diesem tollen kleinen Film, der hier und da auch mal etwas weniger packend ist, weswegen unser Grüppchen sich anschließend fragte, ob er in Farbe vielleicht noch etwas besser gefunzt hätte. Aber nein, es sah super aus und es hatte was, das wilde Mexico City nur als einen einzigen gemächlichen Block mit den immerselben 5 Leuten zu zeigen, ein Mikrokosmos, quasi aus Fliegensicht. Der Befall dringt hier in Form eines Vaters und seines kleinen Sohns in die Gemächer einer vereinzelten Dame ein, und inwiefern sich das Bild auch noch auf Space Invaders und böse Zellen ausweitet, verrate ich nicht. Eine unkitschige, aber hochgradig menschelnde Tragikkomödie, die ihre Emotionalität und ihren Witz von der so präzisen wie liebevollen Regie (Fernando Eimbcke) abgesehen vor allem dem erstaunlichen Kinderschauspieler (Bastian Escobar) verdankt. Invasionen haben tatsächlich auch manchmal ihr Gutes.









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